Tag der Alphabetisierung
EB-Forum fordert Maßnahmen für Lebenslanges Lernen
„Um die Herausforderungen im Bildungsbereich einigermaßen in den Griff zu bekommen müssen wir klare Maßnahmen setzen.
Dazu zählen Zielgruppen gerechte Angebote zur Alphabetisierung, die Reform der Hauptschul-ExternistInnen-Prüfung, die begonnene Reform der Berufsmatura zu Ende zu führen, umfassende Angebote für Menschen mit Migrationshintergrund und finanzielle Bildungsförderung für einkommensschwache Menschen“, umreißt Dr. Christoph Jungwirth, Vorsitzender des Erwachsenenbildungsforum Oberösterreich, die Situation anlässlich des gestrigen, weltweiten Tages der Alphabetisierung.
Die harten Fakten: bis zu 600.000 ÖsterreicherInnen sind Analphabeten, fast jedeR Zehnte ist ohne Schulabschluss. Gemeinsam mit Wirtschafts- und Bildungslandesrat Viktor Sigl arbeitet das EB-Forum zurzeit ein Konzept zum Lebenslangen Lernen (LLL) aus. Es soll bewusst gemacht werden, wie wichtig LLL ist. "Gut ausgebildete MitarbeiterInnen zählen zu den wichtigsten Standortfaktoren ", betont Oberösterreichs Wirtschafts- und Bildungslandesrat Viktor Sigl am internationalen Tag der Alphabetisierung.
Knackpunkt direkt nach der Schulausbildung
Alarmierende Zahlen anlässlich des weltweiten Alphabetisierungstages: die Schätzungen verschiedener Institutionen gehen von 300.000 bis 600.000 Menschen in Österreich aus, die weder schreiben noch lesen können. Dabei handelt es sich nicht nur um MigrantInnen, sondern auch um viele Menschen mit deutscher Muttersprache. Knapp zehn Prozent der AbgängerInnen unserer Pflichtschulen haben keinen formalen Schulabschluss.
Knackpunkt für das EB-Forum Oberösterreich: Das Lebenslange Lernen beginnt nicht irgendwann in der Berufslaufbahn, sondern setzt unmittelbar am Ende der Schulausbildung ein. „Mit Appellen zur vermehrten Lehrlingsausbildung in Betrieben ist es nicht getan. Sie stoßen bei bildungsfremden Menschen an ihre Grenzen. Gefragt ist die Erwachsenenbildung. Durch sie gelingt auch jenen Menschen der Einstieg in die Bildung, die in der Schule gescheitern sind“, so Forums-Vorsitzender Dr. Jungwirth., so Forums-Vorsitzender Dr. Jungwirth.
Reserven von Arbeitskräften im eigenen Land erschließen Ein Kernthema bei der „Bekämpfung des schleichenden Analphabetismus“ in Österreich ist die Bildungsferne bei vielen Erwachsenen. Ein Missstand, der auch für die heimische Wirtschaft von großer Bedeutung ist. „Der akute Fachkräftemangel wird uns aus demografischen Gründen und aufgrund der großen industriellen Bedeutung Österreichs auch in Zeiten des reduzierten Wachstums begleiten. Wir werden ihn nur lösen können, indem wir die Arbeitskräftereserven im eigenen Land erschließen. Das heißt: In absehbarer Zeit werden wir gezwungen sein, auch auf die bildungsferne Bevölkerungsgruppe zurückzugreifen“, so Dr. Jungwirth über die Zukunft in Oberösterreich.
Zurzeit wird gemeinsam von Bildungsressort des Landes Oberösterreich und dem EB-Forum ein Konzept zur Bewusstseinsbildung zum Thema Lebenslanges Lernen ausgearbeitet. „Gut ausgebildete MitarbeiterInnen zählen zu den wichtigsten Standortfaktoren. Ziel ist es, dass wir die hohe Bedeutung des Lebenslangen Lernens in den Köpfen der Menschen in Oberösterreich verankern“, so Wirtschafts- und Bildungslandesrat Viktor Sigl. Einerseits möchte Sigl zur Planung des Arbeitslebens für jede Oberösterreicherin und jeden Oberösterreicher einen Bildungsplan auf freiwilliger Basis. Ein weiterer wichtiger Teil ist das Thema Grundbildung, um die schleichende Analphabetisierung zu bekämpfen.
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